Gedankenstrom

Und es tropft, es tropft,

ein trÀger Fluss, entsprungen einer Weltendecke,

die Risse fein wie FrĂŒhlingsfrost

Schließt man erst die Augen, kann man‘s hören,

leichter, leiser Schritte gleich.

Und dann ein Donnern, bricht die Stille, derer wir uns wÀhnten

Das Rinnsal unsrer Existenz, zum reißend Strom verkommen,

keiner Logik folgt das Chaos

keinem Flehen die Urgewalt

Gleichgewicht, du zartes Wesen,

was haben wir dir angetan?

vermag es nicht zu sagen.

Reise

Ich lese oft aus mĂŒden Augen,

was im Geist stumm aufbegehrt,

laut die Laster unsrer Seelen

und doch verweil ich hier.

Wo ist der Rhythmus, wo das Streben,

weiß denn niemand, wer wir sind?

und wider aller wĂŒsten Weltenfugen

trotzend, bleib ich hier.

Das Beben ist noch weit zu spĂŒren,

fern und nah der Existenz,

Aufbruch!, spricht der Wind verhalten,

aber noch scheint‘s mich zu halten.

Wanderschaft steht in den Sternen,

ein Moment, so klar wie nie,

und frei gelöst von allen Banden

lasse ich mich zieh‘n.

Introspheres

Life’s a lot bout expectations

my memory’s a fading grey

thin strings, a transparent of fiction

they seem to light a way

All these endless contradictions

the head gives birth to constant fears

it’s close, the moment where we see

if love has room in here

So many times I heard my sorrows, like the loudest symphony

and other peoples silent humming

their loneliness as melody

but even if my highest feelings

fell into the deepest sea

It still wouldn’t capture

What you mean to me.

Wagnis

An manchen Tagen schon, da glaubte ich, zu trÀumen sei die Illusion, welche innen hÀlt, was drinnen schlafend, leise, stumme Schreie gellt

Oft wĂ€hnte ich der Fehler, die mich halten ab von alledem, was wichtig scheint, doch wirklich wissen tu ich’s nicht, warum in mir der Zweifel keimt

So sitze, stehe, lauf ich hier, und suche Stimmen, irgendwo im Blau lass mich fallen, tief ins Inn‘re meines kleinen Seelenheils

Zwischenkapitel: TagtrÀumer

Ich bin ein leeres GefĂ€ĂŸ, ein Medium, schlaftrunken und hellwach.
Meine Gedanken wandern kreisend um eine unsichtbare Quintessenz, eine Quelle gleich einem Flussrinnsal, sie entspringt irgendwo tief in den Tiefen meiner Unendlichkeit. Meine Gedanken wandern durch mich hindurch, passieren mich wie flĂŒchtige Bekanntschaften sich auf er Straße begegnen und wieder trennen.
Ein jeder dieser Gedanken hinterlÀsst ein Negativ auf der Netzhaut meines inneren Auges.

Sag, was sind Dir deine Gedanken wert, der du so gedankenverloren in die Ferne schaust, mit leerem Blick, so voller Weltenschmerz?

Bist du gut angekommen?

Sifu

Aus aktuellem Anlass

Tausend Sonnen in der Luft, der Magen ist ein weißes Lodern, unstet weicht der Blick ins Nichts und doch liegt mir die Welt vor Augen

Farben strahlen krÀftiger denn je und es ist fast als ob der Wind mir sacht auf leisen Sohlen meinen Weg ins Leben weist.

„Man verliebt sich nicht nur einmal in dieselbe Person, sondern tĂ€glich hundertmal aufs Neue.

Sifu

Zwischenkapitel 2.5: Dekonstruiertes Sprechen

„Ist etwas los?“

„Ist etwas?“

„Ist was?“

„Is was?“

„Was?!“

Netter klingt das nicht unbedingt, je weiter sich die Abbreviationen verstĂ€rken. Und doch fĂŒhlt es sich an, als driftete Sprache immer weiter in den Sumpf der verbalen Abstumpfung. Im Zuge der Globalisierung und der damit einhergehenden Immanenz der englischen Sprache wird dies sogar noch stĂ€rker sichtbar, denn wir nutzen vermehrt Anglizismen, ja, denken sogar manchmal in englisch, weil es verglichen mit dem Deutschen gewisse Sachverhalte kĂŒrzer und prĂ€gnanter ausdrĂŒcken kann. Ein Ă€hnliches PhĂ€nomen existiert bei DeutschtĂŒrken/Deutschrussen, die bilingual aufgewachsen sind und einen Mix aus beiden Sprachen mit ihren Eltern bspw sprechen, weil wiederum das Deutsche gewisse Vorteile gegenĂŒber der anderen Sprache hat, um etwas auszudrĂŒcken.

Mir ist klar, dass ich hier aus einem sehr subjektiven Startpunkt argumentiere, ich bin seit der Grundschule mit Fremdsprache in BerĂŒhrung, war auf einem sprachlichen Gymnasium und studiere „Irgendwas mit Medien“. Somit ist zumindest Englisch eigentlich fĂŒr viele eine Ersatzmuttersprache geworden. Und da ist Deutschland, was das Sprachlevel betrifft, noch nichtmal besonders weit vorne. Was sicherlich auch an unserer riesigen Synchronsprechindustrie liegt, die es einem leicht machen, im Alltag dem Englischen aus dem Weg zu gehen.

Zurzeit lerne ich tschechisch, theoretisch meine zweite Muttersprache, welche ich nie erlernt habe und ich muss sagen, verglichen mit den europÀischen sind slawische Sprachen ein Schmerz im Arsch sondergleichen, was das erlernen betrifft.

Sprache ist mMn unfassbar wichtig und man sollte einfach versuchen, in keine Bequemlichkeitshaltung zu verfallen, eben auch in Bezug auf die Dekonstruktion sprachlicher Gegebenheiten, wie ich sie oben skizziert habe, weil das auch eine Frage von Umgangsform und Höflichkeit ist.

Der Pfad des Poeten

Im Geist schlÀft eine Synphonie
ein Meer aus Licht und Farbenspiel
kreisend um den Kern der alles Ist
doch niemals fĂŒr sich selber spricht

Und Leben…Leben ist ein stummer Kampf
ein Bersten stiller Ketten gleich
an dem mein ganzes Sein zerbricht
und doch, mein Herz, brennst lichterloh

Wenn Worte wirken wie ein Weg
durch fremder Leute Fantasien
so mag auch ich die Existenz bejahen
und teilen, was vorher nur mir eigen war

So ragen sie empor,
die FeuersÀulen Freudenfeuern gleich
unendlich oft, der Optimist in mir und jedem sonst auch angefacht,

aber nur selten tanzt das Incendio ein‘ Reigen fĂŒr ein neues Ich
doch wenn der Funke dennoch ĂŒberspringt,
so ist’s, als ob die Welt
den Atem hÀlt
und das Universum wie ein Schiff an all den Klippen meines Geists zerschellt.

Vanitas

So hĂ€lt in mir der FrĂŒhling ein
im Herbste meines Lebens
die Wolken zeugen hundertfach
vom Pathos meines Strebens

Die Grenzen meiner Welt verschwimmen
und abermals wird mir gewahr
VergÀnglichkeit lÀsst mich erbeben
ĂŒberall der Winter naht

Sag, wo ziehtÂŽs dich hin, Verlassener?

Schweig, wenn du die Antwort weißt.